Sommerreise 2001 Teil 2: Toskana

Siehe auch die komplette Diaschau weiter unten.

6. Tag: 19.8.2001
Am Sonntag schlafen wir erst einmal gründlich aus. Erst gegen 17 Uhr raffen wir uns zu einer ersten Fahrt ins Blaue auf. Wir wollen San Gimignano besuchen, um dort auch gleich zu Abend zu essen. Wir bleiben aber kurz vor dem Ziel in Volterra stecken. Die Stadt liegt - wie die meisten Städte in der Toskana - auf einem Hügel.

Volterra ist eine sehr alte Stadt, die schon zur Zeit der Etrusker vor 2500 Jahren besiedelt war - und damals sogar größer war als heute.

Die Stadt ist heutzutage vor allem durch seine Alabaster-Kunst bekannt: feiner, weißer Gips, der für kleine Statuen und Lampenschirme verwendet wird.

In Volterra herrscht reges Leben. Man zeigt an diesem Sonntag schon den ganzen Tag lang historische Umzüge und Shows unter dem Thema "1398". Die Hauptschau vor dem Rathaus ist nur gegen Eintritt zu erreichen, was sich für uns am Abend aber nicht mehr lohnt. Auch so gibt es viel zu sehen, darunter auch viele Bewohner der Stadt in historischer Kleidung.

Wir speisen dann auch halbwegs stilecht: viele Restaurants bieten "Mittelalter-Menüs" an. Für zusammen 70 DM bekommen wir vier Gänge mit Wein und Mineralwasser - ein sehr akzeptabler Preis. Am besten schmeckte uns die lecker gewürzte Brotsuppe (2. Gang).

7. Tag: 20.8.2001
Auch heute - Montag - schlafen wir lange, dann geht es um 12 Uhr mittags nach Pisa, das wir nach einer schönen Fahrt entlang der Küste nach einer guten Stunde erreichen.

Der berühmte schiefe Turm ist rund 50 m hoch; er war lange einsturzgefährdet. Jetzt wurde er wieder etwas gerader aufgerichtet und darf demnächst auch wieder bestiegen werden.

In Pisa besichtigen wir die Kathedrale und das zugehörige Baptisterium (Taufkirche), alles aus dem 11. und 12. Jahrhundert.

Am späten Nachmittag geht es zum ersten Mal an den Strand. Wir finden einen schönen Abschnitt, der nicht so überlaufen, aber dennoch gut ausgestattet ist. Parkplatz kostenlos; 3 Minuten Fußweg; Kiosk, Bademeister - alles da.

Am nächsten Vormittag kaufen wir uns einen kleinen Sonnenschirm im Supermarkt; zusammen mit den Liegestühlen aus der Ferienwohnung haben wir es jetzt richtig schön am Strand.

8. Tag: 21.8.2001

Am späten Nachmittag fahren wir nun endlich nach San Gimignano, wohin wir eigentlich schon am Sonntag hatten fahren wollen.

Die Fahrt führt uns allerdings zunächst in ein kleines Unwetter. Aber wir haben Glück. Wegen des Regens, haben viele Touristen die Stadt verlassen, so dass wir gleich einen kostenlosen Parkplatz finden. Gerade als wir aussteigen wollen, hört der Regen auf und die Sonne scheint wieder, als ob nichts gewesen wäre.

Die Stadt hat sich in besonderem Maße das mittelalterliche Aussehen bewahrt. Durch die hohen Geschlechtertürme, die den adligen Familien der Stadt als Burgen dienten, hat die Stadt ein besonders markante Skyline - gewissermaßen als das Manhattan des Mittelalters.

9. Tag: 22.8.2001

Der heutige 9. Tag unserer Reise ist ein Ruhetag. Tagsüber liegen wir faul am Strand.

Am Abend genießen wir ein selbstgekochtes 4-Gänge-Menü auf unserer Terrasse.

10. Tag: 23.8.2001

Der heutige Tag soll noch einmal als Ganztages-Ausflug nur den Besichtigungen gewidmet sein. Zunächst fahren wir nach Vinci (wenige Kilometer vor Florenz) und besuchen die Ausstellung, in der viele der Erfindungen Leonardo da Vincis als Modelle nachgebaut wurden.
Man kann nur staunen, was der Mann alles erfunden hat: Maschinengewehr, Taucheranzug, Hubschrauber, federwerkgetriebenes Auto, Hebekräne und vieles mehr - nur das Fahrrad, das man auf einer Zeichnung fand, ist eine Fälschung aus dem 19. Jahrhundert. Aber zugetraut hätte man ihm auch das...

Weiter geht die Fahrt nach Florenz, wo wir mit großem Glück rasch einen guten, kostenlosen Parkplatz am Ufer des Arno finden.

Zu Fuß wandern wir dann am Arno entlang zur Stadtmitte, wobei wir immer wieder schöne Blicke auf den Ponte Vecchio, die älteste erhaltene Brücke der Stadt, werfen können.

Der Ponte Vecchio ist eine seit dem Mittelalter mit Silberschmiede-Geschäften bebaute Brücke. Sie hat als einzige den Krieg 1945 unbeschädigt überstanden.

Viele Statuen füllen den Platz vor dem "Palazzo Vecchio" (altes Rathaus) und an den "Uffizien". Vor dem Dom genießen wir jeder ein erfrischendes Getränk - allerdings die teuersten ihrer Art: Das Bier kostet hier 18 DM, das Mineralwasser 7 DM. Das trübt etwas den Genuss, aber was soll's. Wir brauchen es jetzt und hier ...

Wir wollten eigentlich noch in die "Uffizien", ehemals die Amtsräume der Stadtverwaltung, jetzt eine berühmte Gemälde-Sammlung, aber die Schlange war so lang, dass wir bis Einlass-Ende sicher nicht mehr hineingekommen wären.

Zum Abendessen fahren wir noch einmal in das höher gelegene Castagneto Carducci. Zu unserem Erstaunen ist die Stadt, obwohl wir frühzeitig ankommen (19 Uhr), schon völlig überlaufen. Wir müssen sogar auf einen Platz auf der Terrasse unseres Lieblingsrestaurants warten. Das Warten hat sich allerdings gelohnt. Wir bekommen jeder eine sehr leckere, riesengroße Pizza - und genießen den Blick ins Tal Richtung Meer, wo bald die Sonne untergeht und die Lichter der umliegenden Orte aufzuleuchten beginnen.

11. Tag: 24.8.2001
Den heutigen, letzten Tag verbringen wir noch einmal im wesentlichen am Strand. Am Nachmittag geht es dann ans Einkaufen von Souvenirs und Mitbringseln, z. B. Wein und Olivenöl von einem nahegelegenen Landgut.

Am frühen Abend fahren wir in den nahe gelegenen Weinort Bolgheri, um dort einzukaufen und zu Abend zu essen.

Zum Abschied freundet sich Christine mit einer Statue im Restaurant an, die allerdings von der unvermuteten Herzlichkeit etwas überrascht scheint ...

12. Tag: 25.8.2001
Nachdem wir gegen 10 Uhr morgens die Schlüssel zurückgegeben und die Kaution zurückerhalten haben, geht es an die Heimfahrt.

Wir befürchten nach der langwierigen, verstauten Anfahrt Schlimmes für die Rückreise und versuchen die vermuteten neuralgischen Punkte (Bologna) zu umgehen. Doch oh Wunder, von einem kleinen Stau an der ersten Autobahnauffahrt bei Cecina abgesehen haben wir überall freie Strecke. So sind wir schon Abends um 19 (nach 900 km in 9 Stunden) in Ingolstadt, wo wir noch einmal eine Braumeister-Pfanne essen. (Vgl. unsere Donauradtour, Teil 2 ).

Im Unterschied zu vor 3 1/2 Wochen haben wir heute wunderschönes Wetter, selbst in Bayern sind zur Zeit Temperaturen um die 30 Grad angesagt. Es ist ein merkwürdiges Gefühl für uns in Ingolstadt. Neulich sind wir im Regen durch die Stadt gelaufen und konnten unter dem Schirm nicht viel erkennen. Jetzt fahren wir mit dem Auto in die Stadt und müssen erst einmal einen Parkplatz in Zentrumsnähe finden. Das gelingt uns, da wir die Stadt schon kennen, gut. Dann ein kleiner, zielsicherer Fußweg und wir stehen vor "unserem" Restaurant. Neulich saßen wir im Regen unter einem großen Schirm im Hof, jetzt ist es warm und trocken, eine richtige Biergartenatmosphäre zwischen Gästen von einheimisch bis amerikanisch. Die Gaststätte hat, so lesen wir, 1998 sogar einen bayerischen Staatspreis gewonnen für die Pflege von Brauchtum und Küche.

Um 20.45 Uhr fahren wir weiter. Der Rest der Heimfahrt bis Berlin (insges. 1400 km) ist bis kurz nach Mitternacht erledigt. Insgesamt haben wir diesmal eine erfreuliche Durchschnittsgeschwindigkeit von 110 km/h erreichen können.

Die ausführliche Fotoschau Toskana 2001